Schulworkshop liefert junge Perspektive: Spannende Zukunftsideen für die Wirtschaft am Niederrhein

26. August 2026

Der Niederrhein zeichnet sich aus durch seine moderne Landwirtschaft und den Gartenbau, viele Hidden Champions, die schöne Natur, der Zusammenhalt der Menschen und guten Wohnraum für alle. Erneuerbare Energien sind selbstverständlich. Junge Menschen sind dank 45-km/h E-Autos individuell mobil auf dem Weg zum Ausbildungsplatz und in der Freizeit.

Dies ist das Zukunftsbild 2035, das 12 Schülerinnen und Schüler der Realschule An der Fleuth (Geldern) am Ende der achten Klasse an einem Vormittag kurz vor den Sommerferien zeichnen. Es entsteht bei einem Workshop mit der LEADER-Region „Leistende Landschaft“ zum Thema „Regionale Wirtschaft“. Der Workshop mit den jungen Menschen war ein wichtiger Baustein in der Vorbereitung des „Zukunftsdialog Wirtschaft“, der am 18. September für Unternehmen, Führungskräfte und wirtschaftlich Interessierte in Geldern stattfindet.

Ein Vormittag kurz vor den Sommerferien: 12 Schülerinnen und Schüler eines SoWi-Kurses der achten Klasse und ihr Lehrer Frank Feggeler treffen sich mit Antonia Cox (Gründerin, Marketingfachfrau und Moderatorin) und Anne van Rennings (Regionalmanagerin der LEADER-Region „Leistende Landschaft“, Fachfrau für EU-Förderung im ländlichen Raum/Regionalentwicklung). Gemeinsam beschäftigen sie sich einen ganzen Vormittag lang intensiv mit dem Blick der Schülerinnen und Schüler auf die regionale Wirtschaft. Was heißt eigentlich regionale Wirtschaft? Was gehört dazu? Wo sehen die jungen Menschen Stärken und Schwächen? Was empfinden sie als Chancen und Risiken für die Zukunft? Was wünschen sich die jungen Menschen für die zukünftige Entwicklung, und welche konkreten Unternehmensideen leiten sie aus den identifizierten Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken ab?

„Wir haben uns riesig über die Offenheit der Schulleitung gefreut, einen Weg zu finden die Perspektive der jungen Menschen in den geplanten Zukunftsdialog einzubringen. Kurslehrer Frank Feggeler hat die Idee aktiv mitgetragen und uns in der Vorbereitung und bei der Umsetzung super unterstützt.“, erzählt Anne van Rennings. „Natürlich waren die Schülerinnen und Schüler erst etwas unsicher, aber ihre Neugier und die Entwicklung im Laufe des Vormittags hat uns wirklich beeindruckt und begeistert. Mit Eindrücken und Erfahrungen aus dem persönlichen Umfeld, Ideenreichtum und dem Blick für andere Menschen haben sie sich der Thematik angenähert und wichtige Themen auf den Punkt gebracht.“

Landwirtschaft, Gartenbau sowie Garten- und Landschaftsbau waren für viele Teilnehmende eine wichtige und präsente Stärke der regionalen Wirtschaft. Sie fühlen sich hier wohl wegen der schönen Landschaft. Einigen fehlen coole Einkaufsmöglichkeiten. In Leerständen sehen sie aber eher Chancen: „Hier ist viel Platz für neue Ideen, hier kann man sich ausprobieren!“ Der Zusammenhalt in der Familie und der Menschen untereinander ist ihnen wichtig. Mobilität wird als große Schwäche erkannt, und in neuen Formen der individuellen und teilweise autonomen E-Mobilität sehen die jungen Menschen große Zukunftschancen. Wohnraum war für einige Teilnehmende ein wichtiges Thema: Gutes Wohnen für alle könnte Arbeitskräfte für die Region sichern.

Zum Abschluss stand eine kleine Start-up-Challenge auf der Tagesordnung. Vom autonomen Partytaxi-Bus bis zum Roboter-Lieferdienst für Senioren und Menschen mit Bewegungseinschränkungen sowie einem Saugroboter für eine saubere Innenstadt zeigte sich in kleinen Skizzen und lebendigen Beschreibungen, wie viel Potenzial in diesen jungen Menschen steckt. „Und was ist mit den Pizza-Taxi-Fahrern, wenn der Lieferdienst künftig autonom fahren soll?“, so die wichtige Frage einer Schülerin bei der Vorstellung der Start-up-Ideen. Hieraus entwickelte sich ein reges Gespräch rund um demografische Entwicklung, Fach- und Arbeitskräftemangel sowie Arbeitsbedingungen. Die Intensität der abschließenden Gesprächsrunde zeigte nochmals deutlich die Weitsicht der jungen Menschen und den großen Wert solcher Gespräche. „Eins ist sicher: Diese jungen Menschen, ihr positives Zukunftsbild und ihre Energie sind definitiv eine große Chance für die Region!“, hält Anne van Rennings abschließend fest.

Das moderne Forum der Realschule An der Fleuth in Geldern ist auch Ort für den nächsten Austausch zum Thema. Jetzt sind Führungskräfte und wirtschaftlich Interessierte eingeladen, gemeinsam in die Zukunft zu denken. Zur Begrüßung wird Stefan Rouenhoff erwartet, Mitglied des Bundestages für den Kreis Kleve und parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Alle Infos zum „Zukunftsdialog Wirtschaft“ am 18.9. gibt es hier: www.leader-leila.de/zukunftsdialog. Veranstaltet wird der Nachmittag von den LEADER-Regionen „LeiLa“ und „Lemini“ mit der Volksbank an der Niers und der IHK. 

Eine Anmeldung ist erforderlich und bis zum 10.9. möglich.